Rasen, Stolpern, Flimmern

Dr. Carsten Jungbauer informierte über das Herz

Bogen. (el) Gutartige Herzrhythmusstörungen wie zusätzliche Schläge können bei jedem Menschen von Zeit zu Zeit auftreten. Um darüber zu informieren, wann Abweichungen gefährlich werden, hat Christian Zugck am Dienstag an der Klinik Bogen einen Informationsabend veranstaltet. Es referierte Prof. Zugcks Praxiskollege und Kooperationspartner vom Universitätsklinikum Regensburg Carsten Jungbauer. Er ging den Rhythmusstörungen anhand der typischen Fragen auf den Grund, die der Kardiologe seinen Patienten stellt.

 

Dabei interessieren Jungbauer zufolge insbesondere Risikofaktoren wie Alter, Anstrengung, Kaffee-, Nikotin- und Drogenkonsum, Flüssigkeitsverlust, Stress, Medikamenteneinnahme, bereits bekannte Herzerkrankungen, Zeckenbisse, Grippeerkrankungen, familiäre Vorbelastungen, Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Schilddrüsenerkrankungen. EKG, Belastungs-EKG, Herzultraschall, bei Bedarf Langzeit-EKG oder ein Ereignisrekorder seien in der Lage, die Diagonstik weiter zu verfeinern.

 

 In seltenen Fällen können jedoch auch so die Art der Rhythmusstörung nicht festgestellt werden. Dann dürfte der Kardiologe jedoch keinesfalls "einfach nach dem Gießkannenprinzip darauflostherapieren", warnte der Referent. Hierfür stünden dann als letztes Mittel noch minimal invasive Untersuchungsmethoden zur Verfügung, wie der implantierte Ereignisrekorder oder elektrophysiologische Herzuntersuchungen mittels Katheter.

 

Gegen bestimmte Herzrhythmusstörungen helfen Medikamente, die sogenannten Antiarrhythmika. Herzschrittmacher und implantierbare Defibrillatoren behandeln Rhythmusstörungen auf elektrischem Weg, wobei der Defibrillator auch gegen das lebensbedrohliche Kammerflimmern einen elektrischen Schock abgeben kann, wie Jungbauer ausführte. Bei ganz bestimmten Fällen besteht die Möglichkeit der gezielten Verödung im Herzkatheterlabor. Die Erfolgschancen dieser Methode reichen laut Jungbauer von 70 Prozent bei Vorhofflimmern bis zu 95 Prozent bei bestimmten anderen Arten von Rhythmusstörungen.

 

Das es nicht immer nur darum geht, um jeden Preis einen regelmäßigen Herzrhythmus herzustellen, erklärte der Referent anhand der vielfältigen gutartigen Störungen. Eine Therapie, die nicht lebensverlängernd wirkt, sie oft überflüssig, sofern der Patient die Störung nicht als Beeinträchtigung seiner Lebensqualität empfindet. Liegt der Herzrhythmusstörung eine andere Erkrankung zugrunde, müsse zuerst diese therapiert werden. Den fachlichen Austausch setzten die Ärzte anschließend fort bei einer Besichtigung der interdisziplinären Notaufnahme der Klinik Bogen.