08.12.2014

Wenn Herzkranzgefń▀e verstopfen

Prof. Dr. Zugck

Prof. Dr. Christian Zugck

 
Die Herzkranzgefäße stehen im Mittelpunkt des nächsten Vortrags in der Reihe Patienten-Akademie, der am Mittwoch, 10. Dezember, stattfindet. Prof. Dr. Christian Zugck, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin, und Privatdozent Dr. Walter Koch jun., Facharzt für Nuklearmedizin und Radiologie, referieren über das Thema „Wenn Herzkranzgefäße verstopfen". Der Vortrag beginnt um 18.30 Uhr im Hotel Gäubodenhof. Der Eintritt ist frei.
Sowohl Kardiologie als auch Nuklearmedizin blicken auf jahrzehntelange Erfahrung auf dem Sektor der Herzdiagnostik zurück, insbesondere bei der koronaren Herzkrankheit, einer der „Volkskrankheiten". Bei dieser Krankheit sind die Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit Blut versorgen, durch Fettablagerungen verengt oder verstopft, sodass sich die Versorgung einzelner Bereiche des Herzens bis hin zum gefürchteten Herzinfarkt verschlechtert.
 

Prof. Dr. Zugck ist niedergelassener Kardiologe in Straubing und Leiter des Herzkatheterlabors an der Klinik Bogen, wo er selbst Herzkatheteruntersuchungen durchführt. Privatdozent Dr. Koch jun. ist niedergelassener Nuklearmediziner in Straubing und führt dort nuklearmedizinische Untersuchungen des Herzmuskels durch.

 

Prof. Dr. Zugck von der Internistischen Gemeinschaftspraxis im Steiner Thor hat seit Inbetriebnahme des Herzkatheterlabors an der Klinik Bogen im Herbst 2012 bereits über 1 400 Patienten untersucht und therapiert - mit allen Vorteilen, die diese Anlage der neuesten Generation namens Philips Allura Clarity bietet: eine um 50 bis 85 Prozent reduzierte Strahlenbelastung für Patienten und medizinisches Personal, eine hochauflösende Bildqualität und damit auch eine verfeinerte Diagnostik und gezieltere Therapie von beispielsweise kritischen Engstellen in den Herzgefäßen zur Infarktvermeidung.

Dr. Walter Koch jun.

Dr. Walter Koch jun.

Den Erfolg des Herzkatheterlabors in Bogen sieht Zugck aber nicht nur in der modernen Technik, sondern insbesondere auch im menschlichen Bereich: „Herzkatheterpatienten sind während des Eingriffs bei vollem Bewusstsein, weshalb wir neben schonenden Verfahren besonderen Wert auf eine ruhige und angenehme Atmosphäre setzen." Mithilfe der Szintigraphie des Herzmuskels (Myokardszintigraphie, ein nuklearmedizinisches Untersuchungsverfahren) kann sichtbar gemacht werden, wo und wie stark die Nährstoffversorgung eingeschränkt ist. Dazu werden den Patienten spezielle, schwach radioaktive Stoffe in die Vene gespritzt, die sich im Herzmuskel durchblutungsabhängig anreichern.
Anders als bei der Koronarangiographie (Herzkatheteruntersuchung mit Röntgen) werden also nicht die einzelnen Herzkranzgefäße mit Kontrastmittel röntgenologisch dargestellt, sondern es wird die regionale Herzmuskeldurchblutung sichtbar gemacht. 
 
Herzszintigraphie und Herzkatheteruntersuchung ergänzen sich auf diese Weise. So kann die Herzszintigraphie oftmals im Vorfeld prüfen, ob eine Herzkatheteruntersuchung erforderlich ist, weil eine Durchblutungsstörung vorliegt. Umgekehrt kann durch die Herzszintigraphie geprüft werden, ob eine Engstelle in den Herzkranzgefäßen, die im Herzkatheter gesehen wurde, tatsächlich auch durch einen Stent behandelt werden sollte, oder ob man lieber eine rein medikamentöse Behandlung durchführen sollte. Konnte früher mit der Herzszintigraphie nur ein Bild der Herzdurchblutung erzeugt werden, liefert das Verfahren heute eine Vielzahl weiterer wertvoller Informationen. Statt einem einzigen Bild erzeugen moderne Geräte zwölf Bilder in unterschiedlichen Schlagphasen des Herzmuskels. Dazu erhält die Kamera Daten eines angeschlossenen EKG-Geräts, das während der Untersuchung läuft. Aus den so gewonnenen Bilddaten kann ein dreidimensionales Modell des Herzens errechnet, animiert und frei am Bildschirm in alle Richtungen gedreht und angeschnitten werden. Damit lassen sich dann Herzgröße, Pumpfunktion, Wandbewegung und Wandverdickung aller Herzabschnitte betrachten. Sogar ein zeitlicher Versatz der Herzbewegung durch eine verzögerte Reizleitung im Herzen kann so aufgedeckt werden.
 

Die beiden Referenten werden die Durchführung und den Nutzen der Herzszintigraphie sowie der Herzkatheter-Diagnostik und -Therapie ausführlich erklären und den Untersuchungsablauf vorführen. Aktuelle Bildbeispiele geben Einblick in typische Erkrankungsmuster und die Interpretation der Untersuchungsergebnisse.