15. Mai 2014

Das Herz im Blick

Patienten mit Herzschwäche für Telemedizin-Projekt gesucht
Artike 15.05.2014

Oberbürgermeister Markus Pannermayr ließ sich von Andrea Albrecht, Ursula Kurz und Martina Stettmer (v.l.) über das Forschungsprojekt für Patienten mit fortgeschrittener chronischer Herzschwäche informieren.

Internistischen Gemeinschaftspraxis im Steiner Thor sowie Martina Stettmer von der Inneren Medizin des Krankenhauses Bogen. Die Haus- und Fachärzte aus Straubing und der Umgebung unterstützen das gemeinsame Vorhaben, das von der Internistischen Praxis am Steiner Thor und dem MVZ am Klinikum St. Elisabeth geleitet wird.

Es soll geprüft werden, ob die tägliche Messung von Gewicht, Blutdruck und EKG durch den Patienten zu Hause und die sofortige ärztliche Auswertung der Messwerte im TMZ Krankenhausaufenthalte vermeidet, Todesfälle verhindert und die Lebensqualität des Patienten verbessert. Bei der Studie mitmachen können Patienten mit fortgeschrittener chronischer Herzinsuffizienz (Herzschwäche), die innerhalb der vergangenen zwölf Monate vor Studienbeginn aufgrund von Wassereinlagerungen im Körper oder starker Luftnot stationär behandelt worden sind.

Die Patienten werden von ihrem Hausarzt oder Kardiologen bei Eignung auf eine Studienteilnahme angesprochen. Wenn der Patient teilnehmen möchte, wird für ihn ein Termin beim Kardiologen vereinbart. Dort wird die Basisvisite für die Studie durchgeführt. Dabei werden alle Patienten in die Gruppe, die telemedizinische Messgeräte erhält (Telemedizingruppe) oder in die Gruppe ohne telemedizinische Messgeräte (Kontrollgruppe) eingeteilt. Um die Vergleichbarkeit beider Gruppen sicher zu stellen, können weder der Arzt noch der Patient Einfluss auf diese Einteilung nehmen. Der Patient erfährt sofort, in welche Gruppe er gelost wurde. In dieser Visite wird der Patient untersucht und es werden ein Herzultraschall, ein EKG sowie eine Blutentnahme durchgeführt.

Die Patienten der Telemedizingruppe erhalten eine Waage, ein kleines EKG-Gerät, ein Blutdruckmessgerät, eine Sendestation sowie ein Hilferufhandy. Die Bedienung der Geräte ist sehr einfach. Unabhängig von der Gruppeneinteilung werden alle Patienten regelmäßig alle drei Monate beim behandelnden Hausarzt bzw. Kardiologen untersucht. Nach 12 Monaten erfolgt eine Abschlussuntersuchung beim Kardiologen und die Studie ist beendet.

Die Geräte werden den Patienten ins Haus gebracht und aufgebaut. Eine Pflegekraft des TMZ weist jeden Patienten ausführlich in die Gerätebenutzung ein und schult ihn im Umgang mit seiner Herzschwäche. Im Regelfall ist nur eine morgendliche Messung von Gewicht, Blutdruck und EKG erforderlich. Der Messzyklus dauert rund fünf Minuten. Über die Sendestation werden die Messwerte per Mobilfunk an das TMZ übertragen.

Im Zentrum für kardiovaskuläre Telemedizin der Charité (TMZ) werden die Messwerte aller Patienten der telemedizinischen Gruppe rund um die Uhr durch Ärzte und Fachpflegekräfte ausgewertet. Bei Auffälligkeiten werden die Patienten angerufen, um gemeinsam mit ihnen die notwendigen Maßnahmen zu besprechen.

Oberbürgermeister Markus Pannermayr freute sich über die Chancen, die das Projekt den Patienten in der Region bietet: „Wenn durch so wenig Aufwand ein weiterer längerer Aufenthalt im Krankenhaus verhindert werden kann, lohnt sich die tägliche Kontrolle." Besonders erfreulich sei, dass nicht nur die Menschen in Großstädten von Medizin auf höchstem Niveau profitieren, sondern auch die Bewohner der ländlich geprägten Region rund um Straubing. -fun-